Was ist Familien-und Systemaufstellen?

SYSTEM
Viele unserer Verhaltensweisen haben wir uns in der Kindheit angeeignet. Unsere Herkunft, Wohnort, Religion, Schicht und Familiensituation prägt unser Aufwachsen und Überlebensstrategie.
Wir neigen zu Jähzorn, zu aufopferndem oder unterwerfendem Verhalten, zu Unsicherheit oder dominantem Auftreten.
Wir haben Depressionen, chronische, schwerwiegende Krankheiten die mit den leidvollen Schicksalen der Herkunftsfamilien im Zusammenhang stehen.
Das Aufstellen der Herkunftsfamilien ermöglicht einen Überblick auf die Gegebenheiten und Geschehnisse in der Familie, bei der Arbeit und im Umfeld welche Verstrickungen und übernommene Gefühle aufdeckt.
Die Herkunftsfamilie ist das erste System und damit auch das Prägendste. Alle dort erlernten Glaubenssätze und Verhaltensmuster, werden in Nachfolgende Systeme übertragen und hineinprojiziert.
Systeme sind wie ein Mobile, jedes Mobileteilchen hat seinen festen Platz. Kommt ein Teilchen in Bewegung, bewegen sich alle Teilchen mit. Wird ein Teil entfernt, kommt das ganze System in ein Ungleichgewicht.

MEHRGENERRATIONALE PSYCHOTRAUMATOLOGIE
Familientherapeuten haben sehr früh bemerkt, dass schlimme Ereignisse in einer Familie sich oft wiederholen, manchmal über mehrere Generationen.
Aus dieser Beobachtung hat sich die Mehrgenerationenperspektive entwickelt.

Der für das Verstehen von psychischen Krankheiten notwendige Teilbereich der menschlichen Psyche ist die Bindung. Die Bindungsprozesse werden durch Traumata in ihrer Entwicklung gehindert oder gehemmt. Diese Traumatisierung kann über drei oder vier Generationen hinweg wirksam bleiben. Die Symptome psychischer Erkrankungen weisen auf einen dahinterliegenden tieferen Sinn hin. 
Die unverarbeiteten Trauma Gefühle der vorangegangenen Generationen wirken damit weiter. Vertreter der späteren Generation saugen also unbewusst die Trauma Gefühle der Eltern auf und leben mit deren fremden Gefühlen, deren Intensität sie oft hilflos ausgeliefert sind. 


ORGNUNG
Jedes Leid, Schmerz, Kummer, Trauer, Wut, ja jede Emotion welche nicht in Balance ist weißt darauf hin, dass etwas nicht in der Ordnung ist.

Mit Hilfe einer Aufstellung wird die Systemische Ordnung wiederhergestellt. Jeder im System bekommt seinen Platz und Übernommenes wird zurückgegeben wo es hingehört.
Sinn und Zweck einer Aufstellung ist letztlich Heilung des Anliegens (Problem, Blockade, Thema), welches der Mensch mitgebracht hat.

GESCHICHTE
Die systemische Beratung wurde in den 50iger Jahren entwickelt und von Virginia Satir (amerik. Familien- und Paartherapeutin) maßgeblich geprägt. Seither wurde sie von vielen Kapazitäten weiterentwickelt insbesondere von Bert Hellinger aus Deutschland. Die Systemische Beratung wird seit 2008 als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt.
Die Mehrgenerationale Psychotraumatologie wird seit 1998 von Psychologie Professor Franz Ruppert weiterentwickelt.

WIRKUNG
Die Veränderung des vorher unbewussten Inneren nun sichtbaren Bildes und die Wandlung im Verstehen auf tieferer Ebene löst etwas in uns. 
Wenn wir dann loslassen, hebt sich unser Blick von Vergangenem. 
Das veränderte innere Bild gibt Ruhe und Verbundenheit und darf aus der Tiefe in uns wirken. 
Bewusst gemache Ressourcen stärken auf dem Lebensweg.

WAHRNEHMUNG

Aufstellungen bringen uns in Kontakt mit etwas völlig Natürlichem, unserer Fähigkeit wahrzunehmen. 

In Aufstellungen können wir lernen, unserer Wahrnehmung zu vertrauen. Es ist manchmal erstaunlich, was wir alles spüren und wahrnehmen und wie positiv sich unser Leben entwickelt, wenn wir wagen es immer öfter zu tun. Wir können fühlen, wie sich andere Menschen fühlen. Auch ohne diese Menschen zu kennen und ohne etwas über diese Menschen zu wissen. Warum das so ist, darüber gibt es viele Spekulationen. Forschungen zeigen, dass die Wahrnehmung von Stellvertretern bei Aufstellungen die Wirklichkeit durchaus genau wiedergibt.


Romy Briker, Dipl. Psychologische Lebensberaterin, 6468 Attinghausen
Tel: 079 518 06 14, E-Mail:[email protected]